Die beiden Erstplatzierten halten im Clubheim gemeinsam den silbernen Wanderpokal und reichen sich die Hand, rechts schauen zwei Vereinsmitglieder zu

LSG Breitscheid-Haiger e.V.

Ziellandewettbewerb 2026: Punktlandung zum Saisonende

Vom 30. Oktober bis 1. November 2026 ging es bei uns wieder ins drei Meter lange Zielfeld. Den vereinsinternen Ziellandewettbewerb gibt es seit etwa 1985, jedes Jahr zum Ende der Flugsaison.

Aus dem Vereins- und Flugplatzleben

Wenn die Tage kürzer werden und die Flugsaison zu Ende geht, schauen wir am Verkehrslandeplatz Breitscheid (EDGB) noch einmal ganz genau hin: Vom 30. Oktober bis 1. November 2026 stand unser vereinsinterner Ziellandewettbewerb auf dem Programm. Die Aufgabe klingt einfach und ist es nicht: das Hauptfahrwerk in ein nur drei Meter langes Feld auf der Piste setzen, und das dreimal hintereinander.

Eine Tradition seit Mitte der 1980er-Jahre

Den Ziellandewettbewerb gibt es bei uns seit etwa 1985, jedes Jahr zum Ende der Saison. Nach Monaten mit Schulung, Schlepp und Reisen geht es noch einmal um das Handwerk, das man bei jedem Flug braucht: einen sauberen Anflug und ein Aufsetzen genau dort, wo man es geplant hat.

Mitfliegen können alle Mitglieder, auch Flugschülerinnen und Flugschüler: mit jedem Vereinsflugzeug, das sie fliegen dürfen, oder mit dem eigenen Privatflugzeug. Für Segelflieger gelten die Regeln des Jugendvergleichsfliegens entsprechend. Dass sich das Üben lohnt, haben in diesem Jahr Robert Deppe und Carla Moses gezeigt: Bei der Deutschen Meisterschaft im Air Navigation Race gewannen sie auch die Landewertung, ebenfalls mit einem drei Meter langen Zielfeld.

So läuft der Wettbewerb

Gewertet werden drei Landungen in Folge aus einem normalen Anflug, als Durchstartlandung (Touch-and-go) oder mit Abschlusslandung. Motorleistung, Klappen und Seitengleitflug wählt jeder selbst. Gemessen wird der Aufsetzpunkt des Hauptfahrwerks: Beide Haupträder setzen zuerst auf, das Bugrad erst danach. Landen die Räder in verschiedenen Bereichen oder springt das Flugzeug, zählt der Bereich mit den höheren Strafpunkten.

Gelandet wird gegen den Wind. Ab 8 Knoten Seitenwindkomponente darf das windzugewandte Hauptrad zuerst aufsetzen und wird gewertet, über 11 Knoten wird abgebrochen. Mindestens drei Punktrichter bewerten jede Landung; wer von ihnen selbst mitfliegt, braucht einen Vertreter. Los geht es um 10 Uhr mit dem Briefing, die Reihenfolge ergibt sich aus dem Bewertungsbogen, und das beste Tagesergebnis zählt.

Drei Wertungslandungen, Platzrunde für Platzrunde

Geflogen wird in der normalen Platzrunde von Breitscheid, mit Hörbereitschaft auf Breitscheid Radio (122,530 MHz); die Verfahren stehen in unserer AIP-Auskunft. Vorher sind Trainingslandungen erlaubt. Ihre Anzahl und den Beginn der Wertung sagt man den Punktrichtern mündlich oder per Funk an. Dann folgen drei Platzrunden direkt hintereinander, jede mit einer Ziellandung in die Box.

Punktrichter in orangefarbener Fleecejacke mit Handfunkgerät am Rand des Flugplatzes, auf der Motorhaube des roten Fahrzeugs liegt der Bewertungsbogen
Punktrichter am Landefeld: Die Ansagen aus der Platzrunde kommen per Funk, der Bewertungsbogen liegt griffbereit auf der Motorhaube.

Bei einer Durchstartlandung gibt es erst wieder Gas, wenn die Landebox hinter einem liegt; wer nach dem Aufsetzen noch in der Box Leistung erhöht, bekommt 100 Strafpunkte. Wer ohne ersichtlichen Grund durchstartet, ob mit oder ohne Bodenberührung, bekommt 200 Strafpunkte.

Das Landefeld: 50 Meter, sieben Bereiche

Das Landefeld ist 50 Meter lang und 12 Meter breit. Im schraffierten Zielfeld A, nur drei Meter lang, gibt es null Strafpunkte. Davor und dahinter wird es teurer, und zwar bewusst ungleich: Wer zu kurz kommt, zahlt schneller drauf als jemand, der etwas länger landet.

Grafik des 50 Meter langen und 12 Meter breiten Landefelds mit den Bereichen G, F, A, B, C, D und E und ihren Strafpunkten

BereichLage zum ZielfeldStrafpunkte
G10 bis 5 m davor90
F5 m bis direkt davor50
A (schraffiert)Zielfeld, 3 m lang0
Bbis 7 m dahinter20
C7 bis 17 m dahinter40
D17 bis 27 m dahinter60
E27 bis 37 m dahinter80
außerhalbaußerhalb der Box oder seitlich hinausgerollt200

Für eine abnormale Landung kommen 200 Strafpunkte hinzu, pro Landung aber höchstens 300 insgesamt. Abnormal ist zum Beispiel ein Aufsetzen auf nur einem Hauptrad ohne erklärte Seitenwindbedingungen, ein Bodenkontakt mit anderen Teilen als den Rädern, das Einfahren der Klappen über dem Landefeld, blockierte Räder, ein abhebendes Hauptrad bei Bugrad am Boden oder eine harte Landung.

Der Wertungstag am 31. Oktober

Die Beteiligung war reichlich: Am Samstag, 31. Oktober, füllte sich der Bewertungsbogen Nr. 1 Zeile um Zeile. Als Punktrichter standen Thomas Gerke, S. Langenbach und Luis Gerke am Landefeld. Weil Thomas und Luis auch selbst ins Cockpit stiegen, hatten sie mit Marco und Diego zwei Vertreter an ihrer Seite.

Am Ende standen 23 Durchgänge mit je drei Wertungslandungen auf dem Bogen, also 69 Landungen in die Box. Geflogen wurde mit einer bunten Mischung aus Vereins- und Privatflugzeugen. Am häufigsten war unsere Katana D-ERLE im Einsatz, mit acht Durchgängen, gefolgt von unserer WT-9 D-MPTY mit vier. Dazu kamen der Motorsegler D-KIKI, mehrere Ultraleichtflugzeuge und mit LY-WHY und PH-NRJ zwei Privatflugzeuge von Vereinsmitgliedern.

Weißes Motorflugzeug im kurzen Endanflug mit eingeschaltetem Landescheinwerfer, davor rot-weiße Markierungen auf dem Gras, im Hintergrund Herbstwald und Windräder
Im kurzen Endanflug, vorne die rot-weißen Markierungen am Landefeld.
Orange-blaues Motorflugzeug kurz vor dem Aufsetzen über der Asphaltpiste, dahinter herbstlich gefärbter Wald
Kurz vor dem Aufsetzen entscheidet sich, in welchem Bereich das Hauptfahrwerk landet.
Weißes Leichtflugzeug kurz vor dem Aufsetzen auf der Asphaltpiste, im Vordergrund eine rot-weiße Markierung im Gras
Abfangen über der Piste, im Vordergrund eine Markierung der Landebox.

17-mal setzte das Hauptfahrwerk genau im schraffierten Zielfeld auf, also bei rund jeder vierten Wertungslandung. Zweimal gelang das sogar in allen drei Landungen eines Durchgangs: eine glatte Null.

PlatzPilotFlugzeugLandungenSumme
1Daniel BechtumD-ERLE0 / 0 / 00
1Ralf SchneiderLY-WHY0 / 0 / 00
2Dieter VomrathD-MHTJ0 / 40 / 040
3Jan WeißD-MPTY0 / 20 / 4060
3Andreas HinterlandD-MOLE20 / 0 / 4060
3Julian MoosD-MONP20 / 20 / 2060

Punktgleiche Piloten teilen sich auf dem Bewertungsbogen einen Rang, und der nächstbessere Wert folgt direkt auf dem nächsten Rang. Deshalb gibt es diesmal zwei erste Plätze, einen zweiten und gleich drei dritte.

Die beiden Erstplatzierten halten im Clubheim gemeinsam den silbernen Wanderpokal und reichen sich die Hand, rechts schauen zwei Vereinsmitglieder zu
Zwei Sieger, ein Wanderpokal: Daniel Bechtum und Ralf Schneider teilen sich mit je null Strafpunkten den ersten Platz.

Ganz oben stehen gleich zwei: Daniel Bechtum mit unserer Katana D-ERLE und Ralf Schneider mit der LY-WHY setzten dreimal hintereinander im Zielfeld auf. Ralf hatte mit derselben Maschine schon den allerersten Durchgang des Tages geflogen und war dabei auf 80 Punkte gekommen. Beim zweiten Versuch saß dann jede Landung. Den Wanderpokal, auf dessen Plaketten die Sieger der vergangenen Jahre stehen, nahmen die beiden im Clubheim gemeinsam entgegen.

Platz zwei ging mit 40 Punkten an Dieter Vomrath (D-MHTJ), der zwei seiner drei Landungen im Zielfeld unterbrachte. Den dritten Platz teilen sich mit je 60 Punkten gleich drei Piloten: Jan Weiß (D-MPTY), Andreas Hinterland (D-MOLE) und Julian Moos (D-MONP). Julian bewies dabei bemerkenswerte Konstanz: dreimal 20 Punkte, dreimal knapp hinter dem Zielfeld in Bereich B.

Danke an alle, die mitgemacht haben

Ein Wettbewerb wie dieser lebt von den Menschen, die ihn möglich machen: von den Punktrichtern und ihren Vertretern, die jede einzelne der 69 Landungen beobachtet und bewertet haben, und von allen Pilotinnen und Piloten, die sich der Herausforderung gestellt haben, egal ob mit einer Null oder mit 200 Punkten auf dem Bogen. Denn auch darum geht es beim Ziellandewettbewerb: zum Saisonende noch einmal bewusst an der eigenen Landung zu feilen.

Ein ganz besonderer Dank geht an Oskar und seine Frau sowie an Marco, die im Vereinsheim für die Verpflegung gesorgt haben: Weißwurst und Brezeln, Gulasch, Bratwurst mit Sauerkraut, Nudelsalat und Kuchen. Auch Dieter und seiner Frau sagen wir herzlich Danke für den Kuchen. Und danke an alle anderen, die tatkräftig mit Kuchen und Essen unterstützt haben. Zwischen den Platzrunden musste so niemand hungrig bleiben.

Oskar und Marco lächeln im Vereinsheim in die Kamera, hinter ihnen eine Vitrine mit Pokalen und Medaillen
Oskar und Marco im Vereinsheim: Danke für die Verpflegung!

Herzlichen Glückwunsch an alle Platzierten. Im nächsten Herbst geht es wieder ins Zielfeld.

Grafik des Landefelds: eigene Darstellung nach dem Reglement des Wettbewerbs.

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